Monat: August 2021

Augen auf im Straßenverkehr!

Das gilt für alle, nur nicht für mich.

So kommt es mir seit einigen Jahren im Straßenverkehr vor. Besonders, seit die Welt in einer globalen Pandemie steckt.

Diesen persönlichen Eindruck bekommt man, wenn man als Fußgänger, Hundeführer, Wanderer, Rad- Pedelec- Motorroller und Autofahrer im Straßenverkehr unterwegs ist. Vieleicht liegt es aber auch nur daran, dass man im Jahr 1960 geboren wurde. Man vermisst den Respekt, das Verständnis, die Rücksichtnahme und das Miteinander in unserer Gesellschaft. Es sind bestimmt nur wenige Menschen, auf die das zutreffen mag. Aber unter hundert weißen Schafen, fällt ein schwarzes Schaf besonders auf und manchmal treffen sich eben diese Schafe in schwarz, im Rudel.

Als Kind, lernte man von den Eltern, beim Überqueren einer Straße, an der Bordsteinkante stehen bleiben, dann schaue nach links, nach rechts und nochmals nach links und wenn kein Fahrzeug kommt, gehe zügig über die Straße. Das gleiche galt auch am markierten Fußgängerüberweg. Stehen bleiben, schauen und wenn ein Fahrzeug kommt warten bis dieses stehen bleibt und erst dann über die Straße zügig gehen.

Mit dem erlernen des Fahrradfahrens, lernte man die notwendigen Verkehrsregeln, die man brauchte um sicher durch den Straßenverkehr in seinem Wohnort zu kommen und später in die Schule zu kommen. Man fuhr auch gleich auf der Straße und ohne Helm. Heute unvorstellbar, ohne Helm auf dem Fahrrad zu fahren, auch wenn es (noch) keine Pflicht ist.

In der Grundschule bei der Verkehrserziehung, hat man unter Aufsicht eines Polizisten, die Verkehrsregeln mit den verschiedensten Verkehr Situationen und Verhaltensweisen gezeigt bekommen. Wir wurden damals, in eine Verkehrsschule mit dem Bus gefahren. Dort wurde auf Klapprädern und Go-Karts gefahren. Natürlich wollten alle Jungs, auf den coolen Go-Karts fahren.

Heute scheint die Regel am markierten Fußgängerüberweg nicht mehr zu gelten. Mit dem Wissen, der Verkehr auf der Straße muss immer halten, wenn ich über die Straße gehe, somit brauche ich nicht achtsam sein, denn alle andern haben die Pflicht auf mich zu achten. Vor allem wenn ich mit einem „Best Buddy“ unterwegs bin, meinem Smartphone. An den Stellen wo die Kante des Bürgersteiges abgelassen ist, damit der Fußgänger sicherer über die Straße gehen kann, aber keine Kennzeichnung eines Fußgängerüberweges wie Schild oder Zebrastreifen gibt, glauben viele, dass sie auch dort das Recht des Vorranges haben und ohne Umsicht über die Straße gehen. Ist diese Herausforderung einer Gefahr notwendig? Dient es zur Stärkung seines Egos, oder ist es einfach nur, seine Mitmenschen zu provozieren, um deren Aufmerksamkeit zu bekommen?

Wenn so manches schwarze Schaf, viel PS unter seinem Hintern hat und versucht diese Kraft mit zwei oder vier Rädern auf die Fahrbahn zubekommen, dann wird es für alle andern Teilnehmer im Straßenverkehr, sehr gefährlich. Nicht nur auf den Autobahnen, auch auf den Straßen innerhalb der Ortschaften, spürt man die Aggressivität die dort aufkommt. Da geht es nicht immer um illegalen Rennen und deren fatalen Auswirkungen. Es geht um Stärke und Macht eines geglaubten Alphatieres. Oder es ist einfach nur Frustabbau. Der entstandene Frust, der bei einigen gerade durch die aktuelle Pandemie steigt, wird abgebaut indem man seine Mitmitmenschen missachtet und gefährdet.

Schon viele Jahre, wird vermehrt wieder mit Fahrrad gefahren. Sei es zur Arbeit, oder in der Freizeit. Mit dem Pedelec und S-Pedelec, kam noch eine weitere Fortbewegung auf zwei Räder hinzu. Was zunächst für die Mobilität von älteren Menschen genutzt wurde, ist heute ein absoluter Trent in allen Altersklassen.

Nicht zu vergessen sind die E-Scooter, die man überall per Smartphone und App mieten kann und vielerorts einfach auf den Bürgersteigen mittig abgestellt werden. Mittlerweile wird dieses Gefährt von Eltern genutzt, ihre Kinder zu Schule oder Bushaltestelle zu fahren (ein Scooter ein Erwachsener und ein Kind). Manchmal glaubt man, für ein E-Scooter gibt es keine Regeln.

Mit der Corona Pandemie, kam nochmals ein großer Schub für die Fahrradindustrie. Nicht nur beim Pedelec, auch beim Mountainbike und dem Rennrad. Jeder sucht auf dem Sattel ein Stück Freiheit auf dem Asphalt oder Waldwegen. Ich habe noch nie so viele Rennräder gerade an den Wochenenden gesehen, besonders ist mir dabei eines aufgefallen, dass Frauen das Rennrad für sich vermehrt entdeckt haben.

Auf einem Rennrad sind alle gleich, egal ob weiblich, männlich, ob weißes oder schwarzes Schaf, das Verhalten bleibt das gleiche. Es der Rausch der Geschwindigkeit, die man mit so einem Sportgerät erreichen kann. Man fährt innerlich jedes Wochenende seine eigene Tour de France. Das passiert nicht nur auf dem Rennrad, das passiert auf allen Arten von Fahrrädern und an allen Tagen.

Da sind wir wieder bei dem Respekt, dem Verständnis, der Rücksichtnahme und das Miteinander in unserer Gesellschaft.

Geht man spazieren oder wandern auf den Feld- und Waldwegen, vielleicht noch mit Hund, kann es zu Begegnungen der besonderen Art kommen. Teilweise wird man ohne Kenntlichmachung wie mit einem Klingelzeichen oder einem Zuruf, mit nicht angemessener Geschwindigkeit überholt. Das führt zu Situationen die einen erschrecken können, meistens ärgert man sich nur, aber manchmal ist es auch gefährlich.

Dabei ist es doch so einfach. Einfach klingeln oder rufen und wenn man sich dann noch bedankt, kommt es zu keiner Spannung und es kommt keine Gefahr auf. Das erlebe ich als Radfahrer und gerade als Hundeführer. Wenn wir ein Fahrrad sehen, oder ein Fahrrad von hinten bemerken, lassen wir unseren Hund Sitz machen. Da ist der Radfahrer schon mal beruhigt und unser Hund freut sich. Denn wenn das Fahrrad vorbei ist gibt es als Belohnung ein Leckerli. Ein schönes Spiel.

Im Straßenverkehr sieht das anders aus. Da gibt es Erwachsene die generell auf dem Bürgersteig oder entgegen der Fahrrichtung fahren und das für ganz normal halten. Seitdem man an gewissen Einbahnstraßen, das fahren entgegen der Fahrtrichtung für Fahrräder freigegeben hat, glauben viele das gelte für alle Einbahnstraßen. Zu diesen Themen gibt es bald jede Woche, in der Zeitung etwas zu lesen. Im Grunde geht es dann wieder um Respektlosigkeit, die manches mal mit einer Handgreiflichkeit und einer Anzeige endet.

Woran liegt das?

Bei manchen Mitmenschen, ist es anscheinend Unwissenheit, haben Angst auf der Straße zufahren, oder es zählt nur der kürzeste Weg zum Ziel. Wenn es um die Aggressionen geht, ist oft der Grund, dass der Sünder angesprochen wird. Dieser Radfahrer fühlt sich ertappt, belästigt und reagiert, wenn man Glück hat, nur verbal. Das hat zufolge, dass man sich nicht mehr traut, jemanden anzusprechen. Damit schafft es dieser Radfahrer wieder einmal, sein Machtgefühl gegenüber seinen Mitmenschen aufzubauen.

Wie kann man, gegen all diesen Auffälligkeiten entgegenwirken, damit es sicherer, entspannter und gleichberechtigter im Straßenverkehr zugeht?

Was können wir alle tuen?

Augen auf im Straßenverkehr. Das gilt für alle, auch für mich!

Lasst uns mit Respekt, Vorausschau Rücksichtnahme und regelkonform am Straßenverkehr teilnehmen.

Was können andere tuen?

Ist es zum einen, den Verkehr mehr zu überwachen? Auf allen Autobahnen eine maximale Geschwindigkeitsregulierung festschreiben. In den geschlossenen Ortschaften, die Geschwindigkeit von 50 Km/h auf 30 bis 40 Km/h reduzieren. Überdenken und Neuschaffungen der Straßen- und Streckenführungen, für den öffentlichen Bus-, PKW- und Fahrradverkehr. Bei diesem Thema tuen sich der Bund, die Länder, die Städte und die Kreise immer noch schwer. Es fehlen oftmals die richtigen Ansätze, im Autoland Deutschland. Vor allem hört man immer, wir würden gerne, aber die Kassen sind leer. Zu dieser Verkehrsentwicklung, kommt hinzu, die Jahrzehnte lange Verschmutzung unserer Umwelt, mit all ihre Auswirkungen. Dadurch sind das Entgegenwirken und Handeln, oft hektisch und nicht ausgereift. Es wird nicht nachhaltig und auf lange Sicht gedacht.

Autoland Deutschland, hat vieles in der Vergangenheit versäumt und nicht beachtet. Jetzt hat man das Empfinden, Deutschland will Autoland bleiben, nur jetzt mit elektrifizierten Autos. Das ganze bis ins Jahr 2030. Nur woher kommt der ganze Strom für all diese Fahrzeuge her? Alles Ökostrom wohl kaum. Auch das Thema mit den Batterien ist nach meiner Meinung, noch nicht richtig gelöst. Ebenso das Laden der E- Autos ist immer noch ein großes Problem. Bis diese Infrastruktur passt, dass jeder sein E-Auto problemlos laden kann, wird noch lange dauern. Man denke nur an die vielen Fahrzeughalter in den vielen Wohnblöcken und den alt gewachsenen Siedlungen in Deutschland. Erst wenn jeder sein E-Auto im Alltag problemlos aufladen kann, wird dieses Fahrzeug für die breite Masse lohnenswert sein.

Zeitgleich muss für den Bürger, das fahren mit dem öffentlichen Verkehrsmittel attraktiver werden. In den Städten wo die Taktung viel enger ist und die Preise günstig sind, merkt man das sich der Verkehr entspannt. Da hilft nicht die Preise für die Parkgebühren zu erhöhen, was oftmals gleichbedeutend ist, dass sich der Fahrpreis der öffentlichen Verkehrsmittel gleich mit erhöht.

Aber Deutschland hat noch einen Plan bis ins Jahr 2030. Deutschland wird Fahrradland. 2021 lang der Fahrradverkehrsanteil bei 11%. Das Ziel für 2030, soll der Fahrradverkehrsanteil 30% sein

Ja es ist richtig und wichtig, für den Fahrer auf dem Fahrrad, das Fahren auf den Straßen sicherer zu machen. In vielen Städten und Gemeinden, wird auch sehr viel unternommen. Nur manchmal könnte ich mir die Haare raufen, wenn man wie ich täglich die Zeitung liest. Da wird gestritten über Fahrrad- Wege und Straßen, schwarze Schafe auf dem Fahrrad und es darf kein Autofahrer in kleinster Weise eingeschränkt werden. Es fehlt wiedermal das Miteinander. Nur gemeinsam und im vernünftigen Dialog, kommt man auf ein akzeptables Ergebnis.

Alle Maßnahmen und Regelungen, müssen viel öfters in den Medien aufgezeigt werden. Dazu gehört auch, nicht nur den Bußgeldkatalog für Autofahrer aufzuzeigen, wenn es eine Änderung gibt. Sondern auch den Bußgeldkatalog für Fahrradfahrer ist aufzeigen. Viele wissen gar nicht, was es kosten gegen eine Einbahnstraße oder auf dem Bürgersteig unerlaubt zufahren.

Vielleicht ist das alles Blödsinn was ich schrieb. Wäre schön, wenn es so wäre. Nur der tägliche Wahnsinn auf den Straßen, zeigt mir ein anderes Bild, aus meiner alternden Sichtweise.

Peatmike

August 2021