Warum Peatmike

Wie kam es zu dem Namen Peatmike [Torfmich(a)el].

Meine erste richtige Berührung mit dem „Single Malt Scotch Whisky“ war im Herbst 2006. Zuvor kannte ich nur Whiskys wie Jim Beam, Jack Daniels, Jonny Walker, oder einen Dimple. Den Jim Beam trank man gerne, Ende der 70er und Anfang der 80er, als Whisky-Cola.

Man kannte den Whisky natürlich auch aus den ganzen Wild West Filmen, oder zum Beispiel wenn man früher Dean Martin im Fernsehen sah, er sang sitzend auf einem Barhocker mit einem Glas Whisky und einer Zigarette in den Händen. Damals sah das echt cool aus.

So wurde der Whisky oftmals auch sehr negativ dargestellt. Man brachte ihn teilweise auch noch heute, in Verbindung mit betrunken sein, Aggressivität, Alkoholsucht, oder einfach gesagt, Whisky den trinkt man nicht. Aber Schnaps und Edelbrände in all ihren Variationen die kann man trinken. Ist schon eine verrückte Gesellschaft.

Im Herbst 2006 wurde ich von einem Nachbar gefragt, ob ich ihn, zu einem Whisky Tasting begleiten möchte. Da ich das nicht kannte und neugierig war, sagte ich ohne ein Wissen über Whisky „JA“. Dachte das ist wie eine Weinprobe, nur hochprozentiger.

Dieses Tasting fand Samstags in der Destille Mainz statt. Die Destille kannte ich schon, von einigen Einkäufen und für Präsente für unseren Verein. In dem kleinen aber feinen Laden, standen Bistrotische die mit Nosing- Gläser (kleine bauchige nach oben sich verjüngende Gläser), kleine Wasserkrüge, Brotkorb und Pipetten(?), bestückt waren.

Ein Schotte in Uniform und Kilt, wie ich später erfahre, kam dieser aus Memmingen, stellte sein Single Malt Sortiment auf. Es gab für jeden Gast zu jedem Whisky den es zu probieren gab, noch ein Informationsblatt, worauf man auch seine eigenen Notizen schreiben konnte. Also alles wie bei einer guten Weinprobe.

Dann kam es zu der Frage von Herrn Lehmann, dem Schotten aus Memmingen, „wer weiß nicht, wie Whisky hergestellt wird?“ Zum Leidwesen aller Anwesenden, die erfahrene Taster waren, meldete ich mich als einziger. So bekam ich ein Crashkurs in die Herstellung, seine Geschichte und wie man Whisky richtig tastet (probiert). Es war so faszinierend was Herr Lehmann vortrug, mit all den Anekdoten rund um das Lebenswasser, dass schon alleine durch die Geschichten der einzelnen Destillen, mein Interesse geweckt wurde.

Endlich kamen alle zur ersten Single Malt Probe. Man muss dazu sagen, das Thema an diesem Abend war, Single Malt Scotch Whiskys von der Insel Islay. Viele Whiskykenner wissen was dass bedeutet für einen Neuling, wie der ich war.

Dieses Tasting war ein besonderes Erlebnis. dieser Geschmack hat Erinnerungen in mir hervor gerufen. Neben dem torfigen und rauchigen Geschmack, gab es noch Gerüche und andere Geschmacksnuancen, die mich stark an meinen Beruf als Schreiner/Tischler erinnerten. Es war das Holz in all seinen Zuständen, was man schmeckte und roch. Von frischem Holz, über den Geruch beim aufschneiden und bearbeiten von den verschiedenen Holzarten, bis zum verbrennen von Holz. So kam es, das ich ein Fan, ein Liebhaber von Islay Whiskys wurde. Wer weiß, wie das ausgegangen wäre, wenn ich zuerst Whiskys aus den Highland oder von der Speyside probiert hätte.

Aber noch etwas anderes kam mir in Erinnerung. Meine Lehrzeit und mein damaliger Lehrmeister. Er besaß zuhause eine Kellerbar mit Whiskys aus aller Welt. Rauchte Pfeife, Zigarren und hatte die besten Zigarillos die ich je geraucht habe. Nun seit bald über dreißig Jahre rauche ich nicht mehr.

Seine, diese Leidenschaft von ihm, kann ich heute gut verstehen, denn ich habe mir Leidenschaft auch zu Eigen gemacht.

Es geht um den Genuss, um das Genießen und nicht um das Alkohol trinken, das kann man billiger haben. Es ist ein Stück abschalten vom Alltag und dabei seine innere Ruhe finden. Was kann es schöneres geben, als zum Beispiel, an einem Winterabend ein Glas Single Malt zu genießen, vielleicht bei passender Musik ein Buch zu lesen. Oder aber man genießt ihn mit Freunden gemeinsam bei lockerer Unterhaltung, vielleicht fachsimpelt man auch über den ein oder anderen Whisky im Glas. Es gibt und das ist auch das Schöne, so viele unterschiedliche Meinungen und Geschmäcker über die einzelnen Sorten von Whisky, dass dies einen ganzen Abend füllen kann.
Mittlerweile haben sich einige meiner Bekannten, dem Uisge Beathad (Lebenswasser) verschrieben und deren Geschmack ist über ganz Schottland verteilt. Na ja, manch einer liebt auch noch den irischen Whiskey.

Manchmal werde ich auch wegen bei meiner Vorliebe für Islay Whiskys, als Blumenerd‘ und Torf Liebhaber tituliert. Aber da stehe ich doch voll d’rüber, als Torfmichel.

Slàinte mhath
Peatmike